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Vision Kino       BBKM

VISION KINO ist eine Initiative des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, der Filmförderungsanstalt, der Stiftung Deutsche Kinemathek sowie der „Kino macht Schule“ GbR und steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Horst Köhler.

In unserer Mediengesellschaft sind Kino und Film ein generationenübergreifendes Thema, das zu gegenseitigem Austausch von Erfahrungen und Wahrnehmungen führen kann – gerade weil Kinder und Erwachsene filmische Geschichten ganz unterschiedlich erleben. Noch vor dem Besuch von Kindergarten und Schule wird der Umgang mit den bewegten Bildern des Films und anderer Medien zuerst in der Familie erfahren und gelernt . Kindgerecht inszenierte und ausgewählte Filme können dabei vieles für die Entwicklung junger Menschen leisten: Sie bestätigen Selbstbilder, tragen zur Selbstfindung bei und geben Orientierung an Weltbildern. Mit den filmischen Figuren können Kinder Fragen und Konflikte miterleben und ihre kognitiven und emotionalen Fähigkeiten entwickeln.

Auswahlkriterien für „kindgerechte“ Filme – einige leitende Gesichtspunkte

„Kindgerechte“ Filme werden den wahrnehmungspsychologischen Fähigkeiten bestimmter Altersstufen gerecht und erfassen die intellektuelle, psychophysische, emotionale und soziale Entwicklung von Kindern. Sie bieten altersspezifische Identi- fikationsmöglichkeiten, sind sowohl inhaltlich als auch formal-filmsprachlich verständlich und zugänglich ab bestimmten Altersstufen. Sie berücksichtigen die jeweiligen Film- und Medienerfahrungen sowie die sich verändernde Film- und Medienkompetenz von Kindern. Für eine angemessene Auswahl spielen auch ein kindgemäß umgesetztes Drehbuch, eine entsprechend entwickelte Filmsprache, Erzählweise und andere wich- tige Gestaltungsmittel des Films eine Rolle. Bei der Auswahl sollen je nach Voraussetzungen auch unkonventionelle, die Sehweisen von Kindern nicht nur bestätigende, sondern auch herausfordernde Filme berücksichtigt werden. Schließlich sollte mit Blick auf Inhalt und Thema des Films, die durchaus anspruchsvoll und herausfordernd sein können, in jedem Fall eine möglichst „ kinderaffine“ Umsetzung gegeben sein.

Schwierige Inhalte, aufregende Szenen – was tun?

Kinofilme sind – vergleichbar mit Büchern – Wegbegleiter junger Menschen: Die Begegnungen und Geschichten zeigen ihnen, wie man auch in ungewöhnlichen, wenig vertrauten und schwierigen Situationen handeln kann. Über Filme können junge Heranwachsende unbekannte Handlungsmuster und Sichtweisen kennen lernen und erfahren, ebenso können Distanzierungsmöglichkeiten eingeübt und emotional verarbeitet werden. Ihr Kind vor allen möglicherweise Angst einflößenden Filmen zu bewahren, wäre daher der falsche Ansatz. Wichtig ist jedoch, bei schwierigen Szenen das Kind im Kino zu begleiten und ein Gefühl von Nähe und Geborgenheit zu vermitteln, etwa durch einen Händedruck oder ähnliche Vertrautheitsgesten. Sie können vergleichbare eigene Gefühle zum Ausdruck bringen oder mit anderen Mitteln versuchen, die Situation ein wenig einzuordnen. Nach dem Film können Sie durch Gespräche und Erklärungen, unter Umständen aber auch durch Malen und Nachspielen die Eindrücke gemeinsam verarbeiten und Ihr Kind auf diese Weise unterstützen.

Filmklassiker: Eintauchen in die Filmgeschichte

Neben aktuellen Kinoproduktionen lohnt es sich, gemeinsam Filmklassiker zu sehen – so eröffnen Sie Ihrem Kind die Vielfalt der Filmgeschichte, es lernt verschiedene Aspekte der Kunstform Film kennen und Sie können alte Filme (wieder) entdecken. Führt man Kinder bereits früh an diese Filme heran, ermöglicht man ihnen auch eine Offenheit gegenüber älteren filmischen Darstellungsformen, wie etwa Schwarz-Weiß-Ästhetik, andere Erzählweisen oder Anfänge der filmischen Komik. Ab einem bestimmten Alter tun sie sich dann häufig viel schwerer damit , Filme zu sehen, die nicht ihren Sehgewohnheiten entsprechen und nicht als „modern“ gelten. Einige Kinos, besonders kommunale und Programmkinos, präsentieren mehr oder weniger regelmäßig Filmklassiker in ihrem Programm. Zudem sind viele der Filme als DVD für das „Heimkino“ erhältlich.

Kurzfilme: nicht nur für die Kleinen etwas ganz Besonderes

Gerade bei Kindern reicht die Aufmerksamkeit oft noch nicht für einen 90-minütigen Kinderfilm, sie werden unruhig oder schweifen gedanklich ab. Manchmal ist ihnen die Handlung auch noch zu kompliziert und verstrickt , so dass sie ihr nicht folgen können. Alternativ bieten sich daher hervorragend Kurzfilme an. Doch nicht nur deshalb: Der Kurzfilm ist eine ganz besondere Kunstform, ästhetisch anspruchsvoll, abwechslungsreich und oft mutiger inszeniert als abendfüllende Filme. In wenigen Minuten können die unterschiedlichsten Dinge erzählt und dargestellt werden. Zudem umfasst er die verschiedensten Formen der Filmproduktion: Er kann gezeichnet , geknetet , gelegt , am Computer entstanden oder direkt auf den Filmstreifen gekratzt sein, mit realen Personen inszeniert oder aus bereits vorhandenem Filmmaterial zusammengestellt worden sein.

Schulische und Außerschulische Filmbildung

Neben Lesen und Schreiben stellt die Fähigkeit , Filme zu verstehen, eine eigene Kulturtechnik dar, die umso wichtiger ist , da gesellschaftliche Zusammenhänge und Kommunikation zunehmend von bewegten Bildern geprägt und bestimmt sind. Daher sind Schulen und Erziehungseinrichtungen mehr denn je gefordert , Kinder und Jugendliche mit Medien vertraut zu machen. Film und Kinokultur spielen dabei eine zentrale Rolle: Film und seine ästhetischen Prinzipien finden sich in allen anderen audiovisuellen Medien wieder und bilden die Grundlage zu ihrem Verständnis.

Zudem ist der Film neben Musik, Literatur und bildender Kunst wichtiger Teil der kulturellen Bildung, an die es junge Menschen heranzuführen gilt . Gerade das Kino stellt einen erlebnisreichen außerschulischen Lernort dar, wo anschaulich an Themen der Lehrpläne in einzel- nen Schulfächern angeknüpft werden kann – und das nicht nur im Deutsch-, Kunst- und Geschichtsunterricht . Filme im Original können für den Fremdsprachenunterricht genutzt werden. Nicht zuletzt greifen zahlreiche Filme Themen auf, die sich mit naturwissenschaftlichen, mathematischen und anderen Fächern bis hin zu Sport verbinden lassen.

Unterstützen Sie daher die Erzieherinnen und Erzieher, Lehrerinnen und Lehrer Ihres Kindes und machen Sie diese darauf aufmerksam, dass der Kinobesuch mit der Gruppe bzw. Klasse genutzt werden kann, um mediale Kompetenzen zu stärken und sich mit den Themen und Erzählweisen der Filme auseinanderzusetzen. Dabei gilt es, das Filmerlebnis entsprechend vor- und nachzubereiten. Die Auseinandersetzung mit Film(en) lässt sich mit Lerninhalten und Vorgaben aus Lehrplänen gut verbinden.

Quelle: visionkino.de

 

 

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